DIE «VERPASSTEN» - LES «MANQUÉS»

 

28/04 - 31/05/2022

 

 

Der Mai lässt im Filmpodium die besten und berührendsten Filme nochmals aufleben. «VERPASSTEN».
Eröffnet wird der Zyklus mit dem grossen Kinoliebling COMPARTMENT NO. 6, indem der Regisseur Juho Kuosmanen zwei Aussenseiter auf eine amüsante und zutiefst berührende Reise schickt, auf der sie – ganz ohne Kitsch – mit der Wahrheit ihrer Gefühle konfrontiert werden.

 

Selbstverständlich dürfen in einem solchen Kontext auch nicht die neusten Oscar Highlights fehlen, wie der Gewinner des Oscar als bester internationaler Film, das magische und subtil komplexe Meiserwerk DRIVE MY CAR und das bildgewaltige und sublime Western-Drama THE POWER OF THE DOG, mit dem Jane Campion nicht nur als erste Frau zum zweiten Mal für den Regie-Oscar nominiert wurde, sondern diesen auch gewann.

 

Denjenigen, die sie noch nicht gesehen haben, biete das Filmpodium noch einmal die Chance, die Lieblinge des angebrochenen Jahres zu entdecken.
Der hochaktuelle und vielerorts als der beste Schweizer Film seit langem bezeichnete Film OLGA, der die Zerrissenheit einer jungen talentierten ukrainischen Turnerin im Exil in Magglingen erzählt, ist nochmals im Programm, wie auch die faszinierende Liebesbiografie LOVING HIGHSMITH, die ins Land der Obsessionen, der doppelten Identität, der Geheimnisse und der Sehnsüchte von Patricia Highsmith führt: Ein Film, der ein neues, zuweilen romantisches und poetisches Licht auf eine der schillerndsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts wirft.

 

Neben den Verpassten darf natürlich auch eine wunderbare Selektion an Neuheiten und eine Bieler Premiere nicht fehlen. Ganz besonders freuen dürfen wir uns auf den bezaubernden Dokumentarfilm L’ART DU SILENCE: ein poetisches Portrait des Ausnahmekünstlers Marcel Marceau, der als Pantomime Generationen begeisterte und dessen Sprache das Schweigen war.

Gleich ein zweites Glanzwerk bringt Ryūsuke Hamaguchi mit WHEEL OF FORTUNE AND FANTASY auf die Leinwand, oder wie Maximim Cinema es beschreibt:
"Wie sein oscarprämiertes Meisterstück «Drive My Car» mit seiner geduldigen Auseinandersetzung mit Trauer, Einsamkeit, Kunst und emotionaler Verschlossenheit unlängst gezeigt hat, braucht der japanische Regisseur nicht viel mehr als eine simple Prämisse und ausgedehnte, schlicht inszenierte Dialogszenen, um seinem Publikum ein zutiefst bewegendes Kinoerlebnis vorzulegen (...) Viele Regisseur*innen können froh sein, im Laufe einer ganzen Karriere ein einziges Meisterwerk zu landen. Hamaguchi sind zwei in einem Jahr gelungen."

Wann ist ein Mann ein Mann? Der dänische Regisseur Thomas Daneskov erzählt in seiner witzigen schwarzen Komödie WILD MEN von einem Mann, der vor seinen Kindern, seiner Frau und seiner Midlife-Crisis in die Wildnis flüchtet und dort auf weitere Männer in der Krise trifft.

 

Am Donnerstag 12. Mai zeigt das Filmpodium im Rahmen der 11. Bieler Philosophietage LE CHARME DISCRET DE LA BOURGEOISIE von Luis Buñuel und freut sich anschliessend auf eine anregende Diskussion mit Dr. Thémélis Diamantis und Adrien Bordone.


Im Rahmen der 25. Fototage Biel zeigt das Filmpodium am Freitag 13. Mai in Anwesenheit von Reto Camenisch und Walter Liniger und zusätzlich am Samstag 14. Mai den neuen Film HEICHO – DER BLUES DES WALTER LINIGER.