HOMMAGE À JEAN-LUC GODARD (1922-2022) / LE NOUVEAU CINÉMA SUISSE

 

12/01 – 14/02/2023

 

Das neue Jahr beginnt das Filmpodium Biel/Bienne mit einer exklusive Auswahl des neuen Schweizer Films und einer Hommage an den wohl berühmtesten Filmemacher mit Schweizerbezug:

 

Jean Luc Godard, der Kinorevolutionär

 

Am 3. Dezember wäre Jean Luc Godard 92 Jahre alt geworden. Aus Anlass seines Todes am vergangenen 13. September zeigen wir im Januar fünf seiner Werke sowie zwei Filme, die auf ihn Bezug nehmen und verneigen uns vor einem Meister, der das Kino schon vor Jahrzehnten für tot erklärte - und doch immer wieder neue Filme realisierte.

 

Er hat mit den schönsten Frauen seiner Zeit gedreht: Jean Seberg, Brigitte Bardot, Anna Karina, Anne Wiazemsky. Mit letzteren beiden war er während längerer Zeit verheiratet - und mit einigen der attraktivsten männlichen Heldendarsteller seiner Epoche - Jean-Paul Belmondo, Eddie Constantine, Alain Delon, Michel Piccoli – hat er, zusammen mit den genannten Frauen, Werke für die Ewigkeit erschaffen. Allen voran sein Erstling A BOUT DE SOUFFLE. Die Romanze zwischen einem Gangster und einer amerikanischen Studentin im Paris von 1959, von Seberg und Belmondo genial verkörpert, ist bis heute ein Meilenstein der Kinogeschichte. Auch nach mehr als sechzig Jahren hat der an billige amerikanische Gangsterdramen angelehnte und mit nervöser Handkamera gedrehte Film nichts an Frische und Rasanz eingebüsst. Mit seinen Jump Cuts – Schnittfolgen, die in bewusster Missachtung von Schnittkonventionen für Irritation beim Publikum sorgten – betrat der 1930 in Paris geborene und später in die Schweiz übersiedelte Jean Luc Godard damals formales Neuland. Und etablierte sich zum wichtigsten Mitbegründer der „Nouvelle Vague“, jener Stilrichtung, die den Autorenfilm neu erfand, filmische Formen revolutionierte und bis heute Synonym für innovatives Filmschaffen ist.

 

A BOUT DE SOUFFLE              LE MÉPRIS                             ALPHAVILLE

 

Dabei hat JLG, wie ihn seine Fans nennen, den ihm zugeschriebenen Satz: man soll nicht politische Filme, sondern Filme politisch machen, - nach A BOUT DE SOUFFLE exemplarisch mit Leben gefüllt: mit Werken wie LE PETIT SOLDAT, einem Kommentar zum Algerienkrieg, LE MÉPRIS, einer vertrackten Satire auf Mechanismen der Filmindustrie, oder ALPHAVILLE, einer Science-Fiction-Persiflage auf die Überwachungsgesellschaft. Und wenn er später den Tod des Kinos verkündete und munter weiter Filme drehte, den Rückzug aus der Öffentlichkeit zelebrierte und sich als Orakel des Weltkinos gerierte, so blieb er sich in all diesen Widersprüchen nur selber treu: als einer, dem die Unabhängigkeit der Kunst alles war.

 

 

Was das schweizerische junge Filmschaffen sonst noch zu bieten hat, entdecken wir mit Freude, mit einer bunten Mischung aus den bewegendsten Schweizer Dokumentar- und Spielfilmen des letzten Jahres und mit einer Vielzahl an anregenden Regiediskussionen.

Wer den vielgepriesenen Bieler Kinohit PETER K. – ALLEINE GEGEN DEN STAAT verpasst hat und wer noch keine Gelegenheit hatte, seine Fragen an den Bieler Regisseur Laurent Wyss zu stellen, erhält dazu die Gelegenheit am Sonntag 05/02 10h30.

 

PETER K.                   DER TRAUM VOM GROSSEN BLAUEN WASSER                 GIANERICA

 

Am Sonntag 12/02 10h30 begleitet Elena M. Fischli, Drehbuchautorin und Lebenspartnerin des Regisseurs, die RE-EDITION von DER TRAUM VOM GROSSEN BLAUEN WASSER - FRAGMENTE UND FUNDSTÜCKE EINER HOCHTAL-GESCHICHTE und freut sich mit Ihnen darüber zu diskutieren.

 

Eine weitere Hommage wird ERICA PEDRETTI (1930–2022) mit dem Film GIANERICA- DAS KÜNSTLERPAAR ERICA UND GIAN PEDRETTI gewidmet. Bei allen vier Vorstellungen, je zweimal am Sonntag 05/02 18h00 & 20h30 und am Freitag 10/02 18h00 & 20h30, wird die Regisseurin für eine Regiegespräch zur Verfügung stehen.